Lana Del Rey - ist erstaunt
Lana Del Rey - ist erstaunt
30. Januar 2012 – News

Lana Del Rey „Born To Die“ erobert das Feuilleton

Das langerwartete Debüt-Album der Blog-Sensation Lana Del Rey ist am Freitag endlich erschienen. Bereits im Vorfeld war klar, dass dieses Album auch jenseits der üblichen Pop-Postillen verhandelt wird. Die Fragen waren aber auch zu spannend: Wer ist Lana Del Rey aka Lizzy Grant? Ist sie ein Retorten-Popstar? Nostalgie und Retro oder große Kunst? Klar ist, dass sie polarisiert. Deshalb haben wir uns durch die Reviewflut gegraben und ein paar besondere Perlen für euch ausgegraben. Eine Reise durchs Feuilleton und wieder zurück:

„Wir hören: die Banalität des Dösens.“ schreibt Jens-Christian Rabe in seiner Rezension des Albums in der Süddeutschen Zeitung. Unter der Überschrift „Femme fatale auf Valium“ seziert er das Album auf seine Retro-Komponenten hin und schließt seinen Text wunderbar mit: „Was, wenn Lana Del Rey so etwas wie die Pop-Weltformel entdeckt hat? Wenn der Pop also endlich verstanden hat, wie er die allgemeine Nostalgiesucht restlos befriedigen kann? Dann werden wir feststellen, dass man Geigen nicht essen kann.“ Auch in der FAZ ist vom „Heute ohne Gegenwart“ zu lesen und es wird darüber lamentiert, dass Lana Del Rey einfach nur zu Retro ist und es schade sei, dass sich nicht endlich mal jemand was Neues traut. Die Stimme hätte sie ja dafür.

Lana Del Rey - Born To Die
Lana Del Rey - Born To Die

Mit der sagenhaften Überschrift „Im Schlauchboot durch das Meer der Melancholie" bringt der Focus das Album mit der Finanzkrise in Verbindung und gräbt im Zuge dessen noch mal das Video zum Song „Born To Die“ aus, das apokalyptisch Stimmung mache. Der Stern spricht von „Liebe und Nostalgie“ und konzentriert sich eher auf alte Hollywood Referenzen. Der Preis für die unnötigste Headline geht an die Schweiz: „Abgesang auf eine Totgeburt“ titelt die Tageswoche und beweist damit, dass man manche Dinge vielleicht doch nicht ganz so ernst nehmen sollte.

„Born To Die“ ist vieles, doch in erster Linie ein Stück Pop-Musik und das sollte man nicht vergessen. Auch das Rätselraten um Lizzy Grant dürfte bald ein Ende haben, so hat Lana Del Rey vor kurzem angekündigt, die Rechte an ihrem verunglückten Vorgängerprojekt zurückzukaufen und das Album noch einmal herauszubringen. Ob das so eine gute Idee ist, sei einmal dahingestellt:

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