In England wirst du mit Kate Bush und anderen Eighties-Sängerinnen verglichen. Sind das tatsächlich wichtige Einflüsse für dich?
Sarah: Auf jeden Fall. Unsere Eltern hatten ja all diese Platten, Kate Bush, Blondie, Tears For Fears und sowas. Wir sind damit aufgewachsen. All diese Bands haben uns sehr beeinflusst.
Die Texte deiner Songs sind ja ganz schön archaisch und düster: Da geht es um Wölfe, die dich nach Hause tragen, Bisse in den Hals, usw.
Sarah: Ich benutze solche Bilder gerne, um meine Gefühle auszudrücken. Bei „Wolves" geht es um die Flucht aus dem Alltag. Die Wölfe sind für mich die ideale Metapher dafür.
Ein schöner Kontrast: düstere Märchentexte über elektronischen Sounds.
Sarah: Genau das ist unser Ding.
Ihr habt einen Song mit dem schwedischen Dance-Produzenten Adrian Lux aufgenommen.
Sarah: Auch das hat uns eine Menge Aufmerksamkeit beschert. Wir konnten so Leute erreichen, die normalerweise ganz andere Musik hören. Umgekehrt war es natürlich genauso.
Es klingt ja ein bisschen Eurodance-mäßig. Steht ihr darauf? Auch David Guetta und so was?
Sarah: Ich kann mir das schon anhören, ja. Viele von seinen Sachen sind ja sehr catchy.
George: Ich hab' sein Album. Ich mag es.
Könntet ihr euch vorstellen, mehr in diese Richtung zu gehen, oder seht ihr euch als Indie-Band?
Sarah: Wir sind definitiv eine Pop-Band. Wir nennen es Pop mit Herz oder „Pop Noir".
George: Pop kann alles sein. Vielleicht machen wir ja mal einen Dance Track. Warum nicht?
Wie laufen die Aufnahmen für das Album?
Sarah: Wir sind fast fertig und sehr aufgeregt. Im Frühjahr soll es erscheinen. Ein paar Sachen möchte ich noch hinzufügen, aber im Grunde steht alles soweit.
Und wie wird es heißen?
Sarah: Es hat noch keinen Namen.
Schreibt ihr auch während der Proben gemeinsam Songs?
Sarah: Noch schreibe ich alles alleine, so habe ich ja auch angefangen. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir fürs nächste Album nicht gemeinsam Songs schreiben werden. Das Debüt ist aber mein Baby, es handelt von meinen Emotionen. Bei den Proben für unsere Live-Auftritte läuft es ganz anders.
George: Für die Konzerte bauen wir die Songs um und probieren Sachen aus, die nicht auf den Studio-Versionen sind. Live spiele ich ja auch Drums dazu, insofern verändern sich die Songs sehr.
Ihr habe ja harte Konkurrenz zu Hause. Wie ist eigentlich die Stimmung unter all den jungen UK-Elektropop-Bands?
Sarah: Ich habe da kein Gefühl von Wettkampf oder Missgunst, im Gegenteil. Ich freue mich, dass momentan so viele kredible Künstler unterwegs sind, die sogar in den Charts landen. Ich finde das toll.
Danke für das Gespräch.
Photo: © Daniel Sanwald