Unzählige Fans haben auf diesen Tag gewartet: Ke$has zweites Album „Warrior“ erscheint. Aus diesem Anlass trafen wir die 25jährige Pop-Exzentrikerin aus Nashville, um mehr über die Hintergründe zu erfahren.
Ke$ha, für „Animal“ hattest du rund 200 Songs geschrieben und es fiel dir sehr schwer, eine Auswahl zu treffen. Wie war es diesmal bei „Warrior“?
Auch für „Warrior“ hatte ich jede Menge Songs. Ich habe ungefähr neun Monate Songs für das Album geschrieben und hatte am Ende an die 25 bis 30 Songs, vielleicht auch 50. Und es war wirklich schwierig, es auf die 16 Songs, die letztendlich auf „Warrior“ zu hören sind, einzugrenzen. Es ist, als würde man seine Babys umbringen. Es ist eine sehr emotionale Angelegenheit zu entscheiden, welche Songs es nicht aufs Album schaffen.
Und wenn du sie einfach alle im Internet veröffentlichst?
Das wäre sicher eine Möglichkeit. Du kannst ja mal mit meinem Plattenlabel darüber sprechen, für mich wäre das völlig in Ordnung.
Welcher Moment auf „Warrior“ gefällt dir selbst am besten?
Es gibt mehrere, die ich sehr mag. Aber wahrscheinlich ist es der Track, den ich mit Iggy Pop gemacht habe, in dem wir einfach drei Minuten lang über Sex singen und schreien. Das hat so viel Spaß gemacht, das ist wahrscheinlich mein Lieblingsmoment.
Man konnte lesen, dass „Warrior“ von 70er Jahre Hardrock bis hin zu Blues beeinflusst wurde. Wenn es eine Fee gäbe, die die Kraft besäße dir einen musikalischen Gast, tot oder lebendig, herbei zu zaubern – wen würdest du nehmen?
Wenn man die volle Auswahl hat, muss man einfach Michael Jackson nehmen. Man muss es einfach. Eine weitere Person auf meiner Wunschliste ist Keith Richards, denn für mich ist er einfach eine Musik- und Mode-Ikone.
Mode-Ikone? Meinst du das ernst?
Okay, nicht wirklich, aber ich versuche eben wie er auszusehen.
Du bist mit „Don’t Think Twice, It’s Alright“ auch auf der Bob Dylan Tribute-Compilation von Amnesty International – Was kann man von Bob Dylan als Künstler lernen?
Da gibt es so vieles, er ist einer meiner Lieblingskünstler, ich bin mit seiner Musik aufgewachsen. Was ich von seinen Platten wohl am meisten gelernt habe, ist das Schreiben von Songs. Er erzählt Geschichten, wahrhaftig und ehrlich, das ist es, was ihn auszeichnet. Das ist mehr als beispielsweise seine stimmliche Vielfalt das, was mich an seiner Musik fasziniert. Ich glaube ihm einfach jedes verdammte Wort, das er singt. Das hat mir beigebracht ehrliche Songs zu schreiben, über Dinge, die ich selber erlebt habe.
Was meinst du, wenn du sagst, du glaubst ihm jedes Wort? Auch wenn er von Zeit zu Zeit in andere Rollen schlüpft?
Absolut. Ja, ich glaube, dass er gerne seine Spielchen spielt, vor allem mit den Medien.
Aber er treibt auch seine Scherze mit den Zuhörern.
Ja, aber ich finde nicht, dass er lügt. Ich weiß es nicht genau, aber wenn ich mir seine Platten anhöre, zum Beispiel „Nashville Skyline“, glaube ich ihm einfach jedes einzelne Wort.
Eigentlich sollte dein Album „Spandex On The Distant Horizon“ heißen. Wahr oder ein Witz?
Da war ich nur ein wenig albern.
Du nennst dein Fans „Animals“ – woher kommt dieser Kosename?
Naja, mein erstes Album heißt ja „Animal“. Und außerdem glaube ich, nein weiß ich, dass wir alle Tiere sind. Das ist einfach unsere Natur. Ich ermutige Leute, nach ihrem Instinkt zu handeln und das zu tun, was sie machen möchten, welche Impulse sie auch immer haben mögen. Und ich nenne sie auch deshalb so, weil wir zu einem Rudel wilder Tiere werden, wenn man uns in einen Raum steckt, wie zum Beispiel bei meinen Shows.