Amy Winehouse
Apotheke, Taxi und eine große Portion Jazz
Das Licht der Welt erblickte Amy Jade Winehouse im Jahre 1983 in London. Mama Janis ist Apothekerin, Papa Mitchell ist Taxifahrer und Jazzmusiker. Kombiniere: Drogen und Musik - an beides war, theoretisch, schon früh leicht ranzukommen. Praktisch allerdings wuchs little Amy recht normal auf.
Die Eltern trennen sich, als Amy neun Jahre alt ist. Bis dahin versorgt sie der Vater musikalisch mit allem, was das heranwachsende Jazz und Blues Herz begehrt. Als Zwölfjährige schreibt sie sich an der Sylvia Young's Stage School ein, so was wie dem englischen Bootcamp für künftige Musikstars. Als da u.a. wären: Leona Lewis, die Appelton Schwestern (All Saints) und Baby Spice Emma Bunton von den Spice Girls. Klingt nicht gerade nach der Posse, mit der sich La Winehouse abgeben würde und auch mit der Individualität hapert’s an der Talentschmiede. Mit sechzehn wechselt Amy zur BRIT School (The London School for Performing Arts & Technology) und spielt nebenbei in einem Jazzorchester. Sie feilt an ihrer Stimme und dem unverwechselbar Timbre, das später für Ekstase bei Kritikern führen wird.
Frank und frei
2003, Amy ist neunzehn, erscheint ihr Debüt „Frank“. Die Mischung Soul, Hip Hop, R’n’B, Jazz und einer gut dosierten Portion Pop lassen die Musikgazetten ausflippen. Gleichzeitig rauft man sich die Haare, in welche Schublade das neue Supertalent denn nun zu stecken sei. Das Cover zu „Frank“ übrigens ziert eine lachende Amy im pinkfarbenen Shirt, schulter – und tattoofrei. Und irgendwie sieht sie satt und glücklich aus. Amy wird für den Brit Award und den Mercury Price nominiert.
„No, No, No“
„Back to Black“ heißt der ganz große Wurf. Den landet sie 2006 unter den Fittichen der Produzenten Salaam Remi und Überflieger Mark Ronson. Die Vorab-Single "Rehab" erscheint Ende Oktober auf der Insel und wird ihr internationaler Durchbruch. „They tried to make me go to rehab - but I said 'no, no, no'“ wird zudem künftig auch als Zitat für die Schlagzeilen der Boulevard Geier und tragischem Lebensmotto herhalten.
Im Mai 2007 heiratete sie ihre on-off-Liebschaft Blake Fielder-Civil in Florida – die Beziehung sollte weiterhin zu Schlagzeilen führen: Bilder die von gewalttätigen Auseinandersetzungen der beiden und ihren Abstürzen zeugten, sowie Interviews mit den besorgten Eltern rotieren in der Presse. Schließlich landet Winehouse wegen einer Drogen-Überdosis im Krankenhaus. Kurzzeitig sieht es so aus, als ob Amy sich fangen würde, als ein Gerichtsverfahren gegen Fielder-Civil und seine anschließende Inhaftierung von 2008 bis 2009 sie vorläufig trennt. Nach seiner Entlassung reicht Fielder-Civil die Scheidung ein – gegen den Willen seiner oft gewalttätigen Ehefrau. Aber das Drama um Amy Winehouse geht weiter: Mehrere Aufenthalte in Entzugskliniken und Drogentherapien schlagen nicht an und katastrophale Auftritte, die sofort im Internet kursierten zeichnen in der Öffentlichkeit das tragische Bild einer völlig orientierungslosen jungen Frau.
Das schlimme Ende
Der langerwartete Nachfolger zu ihrem Hit-Album „Back To Black“ wird es niemals über die Demoversion hinaus schaffen. Nach ihrem letzten, kurzen Rehaaufenthalt im Mai 2011 und einem schrecklichen Bühnendesaster im Juni, beendet sie ihre geplante Europa-Tournee.
Nur wenige Wochen später wird sie am 23. Juli 2011 in ihrer Londoner Wohnung tot aufgefunden. Ein weiteres Mitglied im Club 27, deren Mitglieder James Dean, Janis Joplin, Kurt Cobain und Jim Morrison und andere große Talente die Welt viel zu früh verlassen haben.
Amy Winehouse
Lioness: Hidden Treasures
Erschienen: 02.12.2011
Label: Universal Music International Div. (Universal)
Länge: 45:18










