Beyoncé
Um es schon gleich vorweg zu nehmen: Ja, die Dame heißt wirklich Beyoncé mit Taufnamen, auch wenn es sich nach einem sehr prätentiösen Künstlernamen anhört. Und auch alles andere an Beyoncé ist echt: ihr Talent, ihre Vielseitigkeit, ihre Disziplin und ihre Gabe, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Kein Wunder also, dass Beyoncé einer der ganz großen Megastars unserer Zeit ist.
A (Kinder-) Star Is Born
Beyoncé Giselle Knowles wird 1981 geboren und steht schon mit sieben Jahren auf der Bühne. Ihr Vater Matthew erkennt ihr Talent schon sehr früh, denn nur wenige Jahre später schmeißt er seinen Job, um hauptamtlich Manager seiner Tochter zu werden. 1992, im zarten Alter von 11 Jahren, tritt Beyoncé zusammen mit ihrer Cousine Kelly Rowland und zwei weiteren Sängerinnen als Girl Group in der Casting Show „Star Search“ auf. Mit wechselnden Besetzungen und unter verschiedenen Namen formiert sich in den nächsten fünf Jahren die Band, die schließlich 1997 einen hochdotierten Plattenvertrag bekommt und Beyoncé bekannt macht: Destiny’s Child. Insgesamt vier Alben bringen die Mädels bis 2001 aus. Songs wie „Survivor“ oder „Say My Name“ werden zu Riesenhits. Und schnell kristallisiert sich heraus, wer der unbestrittene Star der Band ist: Beyoncé. Sie bekommt die meiste Aufmerksamkeit und schreibt und produziert einige Songs der Girls selbst.
Solo In Love
Der nächste Schritt ist also folgerichtig eine Solokarriere. Und die startet 2003 mit einem Knall: Beyoncé veröffentlicht die erste Single „Crazy in Love“ mit ihrem damaligen Lover und heutigem Ehemann Jay-Z. Der Song schlägt ein wie eine Bombe und zeigt, dass Beyoncé solo kantiger und weniger überproduziert und glattgebügelt klingt als zu Destiny’s Child Zeiten. Das dazugehörige Album „Dangerously In Love“ setzt Standards im Bereich zeitgemäßer R&B. Auch die zweite Single „Baby Boy“ mit Dancehall-Star Sean Paul wird ein Riesenerfolg. Bei den Grammys 2004 wird die Dame aus Houston mit 5 Preisen ausgezeichnet. Mit nur 22 Jahren ist Beyoncé Knowles ganz an der Spitze angekommen.
Drei Jahre später, pünktlich zu ihrem 25. Geburtstag, veröffentlicht Beyoncé ihr zweites Soloalbum und nennt es konsequenterweise „B-Day“. Mit Singles wie „Ring The Alarm“ und „Dejà Vu“ lässt der kommerzielle Erfolg nicht auf sich warten, auch wenn die Kritiker sich nicht unbedingt mit Lobeshymnen überschlagen. Generell wird wieder Beyoncés Zielstrebigkeit und ihr Bemühen, alles richtig zu machen gelobt, doch damit kann die selbsternannte Perfektionistin natürlich nicht zufrieden sein.
Auf der Leinwand
Zeitgleich geht die ehrgeizige Alleskönnerin ein anderes großes Ziel an: Sie will auch in Hollywood als Schauspielerin Erfolge feiern. Nach zwei mehr oder weniger geglückten Ausflügen ins Komödienfach, „Austin Powers in: Goldständer“ aus dem Jahr 2002 und dem Remake von „Der Rosarote Panther“ 2006, gelingt ihr mit dem Musikdrama „Dreamgirls“ der ganz große Wurf: In der Story um eine Girl-Band in den 60ern, angelehnt an die wahre Geschichte der Supremes, übernimmt Beyoncé ihre erste Hauptrolle. Und das macht sie hervorragend. Der Film wird mit zwei Oscars ausgezeichnet.
Ganz weit oben
Nach einer ausführlichen Tour 2007 und der Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund Jay-Z Anfang 2008 veröffentlicht Beyoncé im November 2008 ihr drittes Solo-Werk, das Doppelalbum „I Am ... Sasha Fierce“. Eine Platte wird von ruhigen Balladen und Soulnummern dominiert und gilt als Beyoncé-Seite, die andere Seite zeigt Sasha Fierce. So nennt „B“ nämlich bereits seit Jahren ihre Bühnenpersönlichkeit. Aggressiver, überdrehter und eher im Up-Tempo-Dance- und R&B verhaftet soll diese Seite der Sängerin sein. In der perfekt durchgeplanten, disziplinierten, makellosen und immer kontrollierten Welt der Beyoncé Knowles ist das vielleicht die einzige Verrücktheit, die sie sich erlaubt. 2011 kommt ihr Album „4“ heraus, das zwar sofort auf Platz eins der Billboard-Charts landet, in der ersten Woche aber die bisher schlechtesten Einspielergebnisse ihrer Karriere aufweist. Nach ihrem legendären Gig am letzten Tag des Glastonbury-Festivals steigen jedoch alle Songs aus dem Album erneut in die englischen Charts ein.
Beyoncé, Lady GaGa
Telephone
Erschienen: 02.04.2010
Label: Universal Music International Div. (Universal)
Länge: 54:11





