26. August 2011 – Review

David Guetta Nothing But The Beat

David Guetta gilt als einer der erfolgreichsten DJs der Welt. Dabei ist er längst mehr als das. Er hat sich in den letzten Jahren zu dem gefragtesten Produzenten für die ganz großen Pop-Nummern entwickelt. Das beweist er jetzt auch auf seinem neuem Album, das heute bei EMI erscheint. Sein bereits fünftes Album trägt den Namen „Nothing But the Beat". Das stimmt nicht ganz, doch dazu später mehr.

Monsieur Guetta zeigt uns auf seinem Album zunächst, dass er nunmehr endgültig zu den Altmeistern des kommerziellen Dance-Beats zu rechnen ist. So perfekt und detailverliebt sind seine Lieder an den Mainstream-Sound angepasst. Oder haben seine Arrangements den Zeitgeist erst kreiert und etabliert? Rückblick: Guetta hatte in den 1990ern als junger DJ in Paris vor allem schwer zugänglichen Techno und Elektro aufgelegt. Zum aktuellen Sound stellt das einen ziemlichen Wandel dar. Doch da sein Herz immer noch am puren Elektro hängt, der ganz ohne Rapper oder sonstige Kollaborateure auskommen mag, besteht sein neues Album gleich aus zwei CDs.

Auf der ersten CD gibt es das, wofür Guetta so bekannt ist. Und ja: was wir von Guetta erwarten. Große Popnummern mit dem Who-is-Who der aktuellen Charts: Flo Rida, Nicki Minaj, Taio Cruz, Ludacris, Will.i.am, Usher, Snoop Dogg, Akon. Alle haben sie mitgewirkt - die Liste scheint so potent, dass sich die Frage nicht vermeiden lässt: wo ist Lagy Gaga? Oder planen die beiden da schon was ganz Großes zusammen? Wen würde das überraschen? Lady Guetta, was für eine Vorstellung für 2012.

Man mag den Guetta-Sound entweder als "massentauglichen Dance-Beat trifft Gastsänger" abtun oder eben als innovativen "Electro-Hop" hochjubeln. Doch diese extreme sind letztendlich überflüssig. Denn das sich das Album zu einen Verkaufsschlager entwickelt, da braucht sich der Franzose sicher keine Sorgen zu machen. Schon die erste Auskopplung aus dem Album „Where Them Girls At" (feat. Flo Rida & Nicki Minaj) ist ein Riesenerfolg. Der Track wurde bereits über eine Million mal im Internet verkauft. In mehr als 15 Ländern steht er in den Top 10.

Bleibt noch die zweite CD: die ist ganz anders. Ohne Rap und ganz ohne Pop. Sie könnte sicherlich selbst in jedem noch so angesagten Untergrund-Schuppen allerlei nörgelnde Hipster in Verzückung versetzen. Hier zählt nicht unbedingt „Nothing But The Beat" - und wer würde schon noch glauben, dass die Beats aus der Feder des modernen Guetta stammen?

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