24. Oktober 2012 – Review

Die Fantastischen Vier MTV Unplugged II.

Mit dem Konzept der MTV Unplugged-Konzerte betraten Die Fantastischen Vier jetzt schon zweimal Neuland. Zunächst als sie im Jahr 2000 als erster deutscher Act zum Unplugged-Konzert gebeten wurden. Und jetzt wieder, als sie zwölf Jahre später im Juli dieses Jahres als erste Künstler weltweit die Ehre eines zweiten Konzerts dieser Art hatten.

Zunächst sah es ganz nach einer Wiederholungstat aus: Wieder sollte die Balver Höhle im Sauerland Ort des Geschehens sein, wieder sollte das Konzert ganz ohne Strom auskommen. Doch auch wenn der Titel das vermuten lässt, war es nicht einfach nur ein „MTV Unplugged II.“, schon allein deshalb, weil es keinerlei Songüberschneidungen zum Debüt gab. Um alle 18 Songs ins Unplugged-Format zu bringen, war viel Kreativität vonnöten. Kurzerhand wurde ein Gartenschlauch zum Moog-Synthesizer umfunktioniert und auch noch im Keller, auf dem Schrottplatz und im Scherzartikelladen Gegenstände zur Klangerzeugung entdeckt. So wurde aus dem 1996er-Hit „Populär“ überraschenderweise eine Salsa-Nummer, und auch „Was wollen wir noch mehr“ bekam durch das minutenlange Solo des Ausnahmegitarristen Rafael Cortés einen neuen Anstrich. Doch die Fantas versteifen sich nicht darauf, zwingend alles neu zu interpretieren, und belassen beispielsweise „Schuld“ und „Einfach sein“ in ihrer ursprünglichen Form.

Den Spagat, etwas Neues zu bieten und gleichzeitig nicht alles krampfhaft zerstückeln zu wollen, um es anschließend wieder zusammenzuflicken, ist dem Stuttgarter Quartett gelungen. Mit „MTV Unplugged II.“ liefern es nicht nur einen würdigen Nachfolger des legendären ersten Konzerts, sondern auch ein schönes Live-Album für alle, die eine Auswahl an schön und abwechslungsreich arrangierten Fanta-Songs auch zu Hause hören möchten.




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