Drake, die nicht mehr ganz so neue Hoffnung am Post-R'n'B Himmel, lässt auf seinem zweiten Album „Take Care“ keine Fragen offen. Gekonnt schlingert er sich durch alle Erwartungshaltungen und liefert zusammen mit den Produzenten The Weeknd und Jamie XX eine Spitzenplatte.
R'n'B 2011, das ist ja so eine Sache, während die anderen irgendwo im Mittelfeld stecken bleiben und das immergleiche wieder aufkochen, haben sich dieses Jahr einige Produzenten aus dem Underground in höhere Musikbusiness Sphären hochgehangelt. Ganz oben natürlich The Weeknd. Der gerade mal 21-jährige Kanadier hat bereits im März mit seinem Mixtape „House of Balloons“ für Furore gesorgt, worauf ihm sein Landsmann Drake einen Shout auf Twitter gegeben hat. Im Herbst erschien dann „Thursday“ und so ziemlich jeder konnte sich auf The Weeknd einigen - definitiv eines der großartigsten Projekte des Jahres. Schön ihn jetzt auf Drakes neuem Album zu hören. Dann natürlich noch Jamie xx, der schon mit seinen Gil-Scott Heron-Remixen aufgefallen ist.
Da ist also schon eine ziemliche Erwartungshaltung da, wenn man „Take Care“ zum ersten Mal anmacht, die Drake dann gleich auf dem ersten Track „Over My Dead Body“ mit lässig pluckernden Beats und Laid-Back-Chorus unterwandert. Also erstmal Chillen. Doch die Lyrics gehen ganz schön Not-Safe-For-Work in die andere Richtung. Eh klar, Mord und Totschlag, Gangster-Image aufpolieren. Das Schöne ist, dass Drake immer einen Schritt weiter zu sein scheint, souveräner und eleganter als die anderen Drive-By-Shooting-Rapper. Sein Style hat Patina, ist antiquiert charmant, da kann er noch so oft diverse F-Wörter benutzen. Auf „Make Me Proud“ kommt dann sogar noch Nicki Minaj zum Zug und in „The Real Her" geben sich Lil' Wayne und André 3000 die Ehre. Ein Album wie ein guter Scotch.