Kennt jeder: Man hört Musik, weiß aber nicht von wem. Vor allem, wenn einem der Song gefällt, ist das eine blöde Sache. R&B-Jüngling Jason Derulo hat auf seinem Album etwas dagegen getan. Seinen Hörern kann so etwas nicht passieren. Am Anfang seiner Songs ertönt nämlich als erstes immer sein Name. Und nicht nur der, sondern auch gleich noch „JJJJ JR“, was für den Produzenten J.R. Rotem steht. Er hat schon Songs für Leona Lewis, Rihanna und Flo Rida produziert.
Auf seinen neuesten Schützling dürfte der Erfolgsproduzent besonders stolz sein.
Das gleichnamige Debütalbum von Jason Derulo und seine erste Single „Watcha Say“ stiegen in den USA jeweils auf Platz 1 ein. Und auch hierzulande läuft der Track in Dauerrotation.
Doch wer ist eigentlich Jason Derulo, der auch gerne mal zwei Pünktchen auf das u in seinem Nachnamen macht? Er kommt aus Miami, Florida, hat seine ersten Songs im Auto seiner Mama aufgenommen und schrieb bereits Songs für Künstler wie Pitbull und Lil Wayne. Das Talent zum Songschreiben hat er also, aber wie steht’s mit seinem Gesangstalent? Schwer zu sagen. Also, klar kann er singen, aber wie gut? Seine Stimme ist auf seinem Album auf allen Tracks fast ununterbrochen künstlich verändert, der Fachmann nennt das dann Auto-Tune. Schade!
Insgesamt ist sein Erstlingswerk eine zeitgemäße R&B-Platte geworden. Weil sie sowohl an an Usher und Ne-Yo, aber auch an Rihanna oder die Backstreet Boys erinnert.
Die meisten der lediglich 10 Songs gehen ähnlich ins Ohr wie seine erste Single „Watcha Say“. Das macht sie auch ähnlich so hitverdächtig. Problem nur: Beim Hören könnte man doch glatt verpassen, wenn ein neuer Song losgeht, so gleich sind die Nummern teilweise. Gut, dass Derulo ans Name-Dropping gedacht hat, dass ja immer am Anfang seiner Songs kommt!
Neben wenigen Balladen wie „What If“ und „Fallen“ sind die meisten Lieder mit einem eingängigen, wabernden Beat-Teppich unterlegt, so wie „Love Hangover“ und „Ridin’ Solo“.
Geradezu hymnenhaft kommt der Titel „Encore“ daher. Der energiegeladene Sound hat mal wieder ordentlich Synthies und Stimmenverzerrer im Gepäck. Derulo-Fans werden es lieben! Bei „The Sky’s The Limit“ kommt nicht nur die Melodie des Flashdance-Hits „What A Feeling“ durch, sondern auch eine besondere Fähigkeit, des jungen Sängers. Der kann nämlich irre hoch singen, wie im letzten Drittel des Songs zu hören ist. Böse Zungen würden dazu wohl eher quieken sagen.
Auch seine zweite Single, das etwas rockigere „In My Head“ ohrwurmt sich schnell ins Gehirn. Damit ist sein Durchbruch wohl auch hierzulande sicher. JJJJ JR wird stolz auf seine neuste Entdeckung sein.