17. September 2009 – Review

Jay-Z The Blueprint 3

Eigentlich sollte man auch für Rapper ein fixes Rentenalter festlegen. Es würde das Schreiben über Jay Z wesentlich vereinfachen, denn seit er sich nach der Veröffentlichung des „Black Album“ 2003 das erste Mal aus dem Musikbusiness „zurückzog“ gab es etliche Comebacks. So zum Beispiel 2004 als er zuerst mit R. Kelly und später auch noch mit Linkin Park gleich zwei Spilt-Alben veröffentlichte. Das offizielle Comeback gab es dann aber 2006 mit der Nummer-Eins-LP „Kingdom Come“. Ein Jahr später folgt der von ihm produzierte Soundtrack zum Film „American Gangstar“. Nun präsentiert er sein elftes (!!) Studioalbum „The Blueprint 3“.



Wie gewohnt zückte Jay Z sein dickes Adressbuch und rief kurzerhand bei Buddys wie Kanye West, Rihanna, Alicia Keys, Pharrell, Mr Hudson oder Young Jeezy an, damit diese ihn bei den Aufnahmen überstützen. Zu viele Köche verderben den Brei, heißt es eigentlich in solchen Situationen. Hier wäre aber eine solche Bemerkung völlig unangebracht, denn herausgekommen ist ein vielseitiges Album, das aber nie den Überblick verliert.



Ein Großteil der Tracks hat Kanye West produziert. Vor allem bei der Eröffnungsnummer „What We Talkin' About” und bei “Hate” hört man den Einfluss des bekennenden Synthesizer- und Drum Machine-Fan. Wie bei West’s letztem Soloalbum „808s & Heartbreak“ klingt dies sehr nach dem Soundtrack eines Game-Boy-Spiels aus den früher Neunzigern. Der zweite Track „Thank You“ macht dann so richtig Bock auf tanzen: Jay Z rappt mit nasaler Stimme à la Q-Tip über einen luftigen Beat. Die Kollaborationen mit Rihanna und Alicia Keys haben eine gute Note Pop. Bei Swizz Beatz’ Beitrag „On to the Next One“ wird ein Teil aus „D.A.N.C.E.”, einer der Hits des französischen Elektro Duos Justice, gesampelt. Sehr viel Spaß macht auch „So Ambitious”: Der Song entstand mit Pharrell und erinnert irgendwie an “Change Clothes” - auch ein Hit der beiden.



Das Album ist sehr gelungen und deckt eine ganze Menge ab: Rap und Hip-Hop natürlich, aber auch Pop, R’n’B, teilweise sogar Soul und Dance. Dementsprechend hat das Album gute Chancen genauso erfolgreich zu werden wie seine zehn Vorgänger.

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