Kraftklub sind aus Chemnitz, einer Stadt, die irgendwo im Dreieck zwischen Leipzig, Dresden und Prag ein eher unscheinbares Dasein fristet. Doch das ist jetzt vorbei: Seitdem Kraftklub mit ihrem Hit „Ich will nicht nach Berlin“ die Kleinstadt zum Kult erklärt haben und der Jutebeutel-Fraktion damit witzig ihre Klischees durchdeklinieren, rührt sich was in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt.
Kraftklub machen Musik, die irgendwo zwischen Post-Deutschrock (ohne Grönemeyer-Dämlichkeit) und Indie (ohne Jammern) angesiedelt ist. Das ist zum Teil einfach Jungsmusik die Spass macht, sich nicht so ernst nimmt, aber auch kritische Auseinandersetzung mit aktuellem Pop-Geschehen. Das macht auch das Outfit der Kraftklub-Jungs klar: Uniformiert in Collegejacken und Jeans sind sie so was wie die Anti-Boyband, die Rückseite des Popspiegels. Entstanden ist Kraftklub dann auch im Proberaum und nicht in einer der zahlreichen Casting-Horrorshows. Authentizität im Deutschpop-Business. Schön zu sehen, dass es das noch gibt.
Auf Facebook könnt ihr bereits in die Songs reinhören.