Schon der Titel erinnert mehr an Cat Stevens als die düsteren Editors. „Funny Looking Angels“ klingt dann auch genauso, als ob sich Smith & Burrows'Tom Smith (Editors) und sein Buddy Andy Burrows (Razorlight/I Am Arrows) über einem Pint Bier und dauerrotierendem „Tea For The Tillerman“ das Konzept ihres gemeinsamen Albums ausgebrütet hätten.
„Funny Looking Angels“ ist, anders als die zuletzt besprochenen Alben aus der Vorweihnachtszeit, kein Weihnachtsalbum – auch wenn es natürlich einige Weihnachtslieder enthält. Vielmehr ist es ein Winteralbum, Abschiedsschmerz und Vorfreude inbegriffen – und natürlich auch eine gewisse weihnachtliche Stimmung, denn die gehört halt ebenso zum verschneiten Winter, wie der Glühwein. Warum es dieses Winteralbum gibt, erklären sie uns in den Songs: Denn „Even though I hate the cold / a constant reminder that I'm getting old“, eigentlich ist es „the happiest Season of them all".
Die zwei Freunde ergänzen sich toll, nicht nur musikalisch, wo die Razorlightsche Leichtigkeit auf die melancholischen Arrangements der Editors stößt, sondern auch stimmlich. Andy Burrows etwas höhere Stimme nimmt der sonoren, warmen Stimme des Editors-Frontmanns die Schwere. Besonders schön zeigt sich das in den Coverversion „Wonderful Life“ (Black, 1987) und „Only You“ (Yazoo, 1982), denen Smith & Burrows ein stimmungsvolles neues Kleid verpassen.
Und dann liefern uns Smith & Burrows pünktlich zur Jahreswende auch noch einen pointierten Jahresrückblick mit „When The Thames Froze“, in dem die beiden auf die weltweiten Proteste, die britische Finanzkrise und das Altern schauen und trotzdem, unterstützt von vorwärtsmarschierenden Drums und Bläsern, dem nächsten Jahr positiv entgegenblicken: „The years go by so fast, let's hope the next beats the last.“
Zusammen mit Agnes Obel schließt das Duo ihr Album, dann doch hoffnungsvoll mit dem winterweihnachtlichen „Christmas Song“.
Favorites: „A Christmas Song feat. Agnes Obel“, „This Ain't New Jersey“, „When The Thames Froze“