Snow Patrol Neues Album Fallen Empire Review
Snow Patrol - Review zu Fallen Empire
10. November 2011 – Review

Snow Patrol Fallen Empires

"Wir wollten ein ehrgeiziges Album machen,“ sagte Snow Patrol Sänger Gary Lightbody vor Kurzem im Interview mit dem amerikanischen Billboard-Magazine, „ein Album, das ganz anders ist, als unsere bisherigen und fingen an Songs zu schreiben, die verspielter und viel direkter klangen als zuvor.“
Seit 16 Jahren feilt Gary Lightbody mit seiner Band Snow Patrol am endgültigen Aufstieg in den Popolymp. Warum auch nicht? Bei U2 und Madonna dauerte es schließlich auch einige Alben, bis man sie wirklich ernst nahm.
Als Snow Patrol mit dem 2006er Album „Eyes Open“ und dem Song „Chasing Cars“ und bereits kurz vor der Nachfolge von Coldplay und U2 standen, verloren die gerade erst mit dem Vorgängeralbum „Final Straw“ überzeugten Indie-Fans und Kritiker dank des neuen massenkompatiblen Stadionsounds ihren Glauben an die Band.
Als dann 2008 „A Hundred Million Suns“ erschien, hörte eigentlich nur noch hin, wer auch die Coldplay-Tour im selben Jahr besuchte – die Erwartungshaltung der Kritiker bei Null, folgt jetzt also der nächste Versuch.

Trotz des unbestreitbar frischeren Sounds – leichtfüßige New Wave-Beats und Synthieflächen peppen die Single „Called Out In The Dark“ auf – bleibt auf „Fallen Empires“ alles beim Alten, wenn auch mit neuen Mitteln: Ausufernde Orchestrierung, Streicher (oh, wie haben wir sie vermisst!), Lightbodys wehleidiger und doch berührender Gesang und Chöre nehmen den großen Klangraum ein, den Snow Patrol mit Reverbs und Echo öffnen.
The Weight Of Love“ überzeugt sogleich davon, dass das auch gut so ist. Erhebend, wie im besten Fall beim 2003er „Grazed Knees“ oder „Run“, dessen tatsächliche Urheber nach Leona Lewis herzzerreißender Performance beim englischen X-Factor kaum noch jemand kennt, verrät es im galoppierenden Drumbeat und dem Kinderchor Snow Patrols Liebe für den Breitwand-Alternativ-Rock der 90er. „The Symphony“ tritt in die selben Synthie-geleiteten Pfade wie schon „Called Out In The Dark“ und im melancholischen „New York“ fangen die Briten einen einsamen Blick in die Ferne ein.
Ob das jetzt das Ticket zum Popolymp ist? Wir bezweifeln es. Aber wer seine Rockmusik gern eine Nummer größer, eine Nummer dramatischer und kuscheliger, äh, gefühlvoller mag – der hat hier sein Album des Jahres gefunden.

Favorites: „The Weight Of Love", „New York", „Called Out In The Dark"

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