Trotz des unbestreitbar frischeren Sounds – leichtfüßige New Wave-Beats und Synthieflächen peppen die Single „Called Out In The Dark“ auf – bleibt auf „Fallen Empires“ alles beim Alten, wenn auch mit neuen Mitteln: Ausufernde Orchestrierung, Streicher (oh, wie haben wir sie vermisst!), Lightbodys wehleidiger und doch berührender Gesang und Chöre nehmen den großen Klangraum ein, den Snow Patrol mit Reverbs und Echo öffnen.
„The Weight Of Love“ überzeugt sogleich davon, dass das auch gut so ist. Erhebend, wie im besten Fall beim 2003er „Grazed Knees“ oder „Run“, dessen tatsächliche Urheber nach Leona Lewis herzzerreißender Performance beim englischen X-Factor kaum noch jemand kennt, verrät es im galoppierenden Drumbeat und dem Kinderchor Snow Patrols Liebe für den Breitwand-Alternativ-Rock der 90er. „The Symphony“ tritt in die selben Synthie-geleiteten Pfade wie schon „Called Out In The Dark“ und im melancholischen „New York“ fangen die Briten einen einsamen Blick in die Ferne ein.
Ob das jetzt das Ticket zum Popolymp ist? Wir bezweifeln es. Aber wer seine Rockmusik gern eine Nummer größer, eine Nummer dramatischer und kuscheliger, äh, gefühlvoller mag – der hat hier sein Album des Jahres gefunden.
Favorites: „The Weight Of Love", „New York", „Called Out In The Dark"