Hip-Hop Ain't Dead. Zu dem Schluss muss kommen, wer das neue Yelawolf Album „Radioactive" in voller Länge und mit der nötigen Portion Ruhe hört. Ja, Ruhe und Hip Hop passen doch noch zusammen: es muss nicht immer der ausgestreckte Mittelfinger sein, wie bei Tyler und seiner Odd Future Gang. Genau so wenig wie schlechte Beats mit innovativen Lyrics, wie sie uns Lil B fast täglich um die Ohren haut. Und schon gar nicht gelangweilte Ryhmes auf noch biederen Beats, wie sie uns David Guetta mit seinem unzählbaren Kollaborationen zum Fraß vorwirft, können nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Lil Wayne hat vorgemacht, wie es geht: er holte sich für sein Tha Carter IV-Album gerade Doppel-Platin ab. Ja, natürlich gibt es gibt den guten amerikanischen Hip Hop noch. Und kann es verwundern, dass Eminem da wieder seine Finger im Spiel hat?
Denn Eminem war es, der Yelawolf zu sich auf sein Slim Shady Label holte, nach dem dieser offenbar größere Probleme hatte, sich mit den Gepflogenheiten der Musikindustrie anzufreunden. Denn nachdem Yelawolf im Jahre 2005 sein rundum gelungenes Debütalbum „Creek Water" veröffentlicht hatte, dauerte es nicht lange und Sony klopfte an und nahm den Rapper sogleich für sein Columbia Unterlabel unter Vertrag. Doch dann begannen die Probleme: ein für 2007 anvisiertes Album wurde nie veröffentlicht, einzig eine Single sprang bei der Zusammenarbeit heraus - dann endete diese Zweckgemeinschaft auch schon wieder und Yelawolf besann sich in den nächsten Jahren darauf, bei kleinen Labels Mixtapes herauszubringen. Bis auch Eminem diese Mixtapes hörte und Yelawolf unter Vertrag nahm.