Rihanna
Foto: Universal Music
24. November 2011 – Review

Rihanna Talk That Talk

Rihanna, die vielfache Grammy-Preisträgerin erfreut ihre Fans mit Alben im Jahresrhythmus. Waren wir es ehedem gewohnt, dass sich Künstler für ihre Alben Zeit nehmen und dann ein Album herausbringen, wenn sich die Lust aufs Schreiben und Aufnehmen wieder etabliert hat, scheint dies bei RiRi anders zu sein. Allerdings nicht besser, wie man zumindest nach dem Durchhören von ihrem neuem Album „Talk That Talk" feststellen muss. 2009 kam ihr „Rated R" Album heraus, im letzten Jahr dann „Loud" und nun steht eben „Talk That Talk" in den Regalen - natürlich pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Ist diese Album-Überdosis Labelzwang, verlangen das die Fans, erwartet das Rihanna selbst von sich - oder stimmen doch die Gerüchte, dass sie lieber gestern als heute aus ihrem Vertrag mit Universal raus möchte? Wären da nicht diese unfassbaren 47 Millionen Facebook-Freunde, die ihr die Stange halten, wäre alles ganz einfach: da hat sich jemand vergallopiert. Doch nicht nur ihre treuen Fans, sondern auch ihr Dauer-Abonnement auf die ersten Plätze der Charts rund um den Globus, lassen die Sache krude erscheinen. Hat man aber erstmal die Gerüchte vernommen, dass das neue Album im Tourbus, während ihrer noch laufenden „Loud Tour 2010" entstanden ist, so wird schnell deutlicher, warum dieses Album so kurzatmig wirkt. Und lustlos.

Die Lieder wirken ganz einfach wie im Vorübergehen produziert und kaum etwas kann haften bleiben - selbst nach abermaligem Durchhören nicht. Sicher kann RiRi auch auf diesem Album wieder mit großen Kollaborationen aufwarten. Klar, welcher prominente (Calvin Harris, Bangladesh, Stargate, Jay-Z) oder aufstrebende (Hit-Boy) Produzent will nicht seine Credits auf einem Rihanna Album sehen. Aber wenn die Beats lustlos davon galoppieren und sich die Texte nur noch um die besten Stellungen beim Sex oder die allgemeine Langeweile drehen, dann liegt es mit Sicherheit nicht an einer zu hohen Erwartungshaltung, dass das Album nahezu durchweg eine Enttäuschung ist: Nehmen wir uns stellvertretend für dieses Album den zugegebenermaßen explizitsten aller Tracks heraus: „Cockiness“. Der von Banglasdesh produzierte Gassenhauser, der vielmehr an die Neptunes als an RiRi erinnert, beginnt damit, dass Rihanna ihrem Liebhaber eröffnet: “I want you to be my sex slave”, um dann noch genauer zu werden mit: “I love it when you eat it.” Doch auch damit noch nicht genug, denn der vielleicht einprägsamste Satz des Albums ist dann „Suck my cockiness / Lick my persuasion.” Noch Fragen? Zur Musik vielleicht, jenseits der Texte? Versuchen wir es mal kurz, knapp und drastisch im RiRi-Style: musikalisch ist Rihanna bei der Art von Sound angekommen, mit der David Guetta seit zwei Jahren die USA terrorisiert. Das ist leider wenig inspirierend.

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